775 Jahre Berlin: Zahlreiche Projekte und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Regierender Bürgermeister gab offiziellen Startschuss

[Berliner Partner, 19.03.2012] Im Herbst feiert Berlin sein 775. Jubiläum – dabei wird Bezug genommen auf die erste urkundliche Erwähnung von Berlins Schwesterstadt Cölln am 28. Oktober 1237. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat am 19. März 2012 die Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten vorgestellt und gleichzeitig den offiziellen Startschuss zu einer Vielzahl von Veranstaltungen rund um die Themen „Stadt im Mittelalter“ und „Stadt der Vielfalt“ gegeben.
Berlin wäre laut Wowereit ein recht langweiliger Ort, hätte es nicht während der Gründerzeit am Ende des 19. Jahrhunderts und in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg einen enormen Zustrom und damit immer wieder einen wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Innovationsschub aus dem Ausland gegeben. Dass der rege Austausch noch viel früher begonnen habe, sei vielen vielleicht gar nicht bewusst. Berlin sei seit dem Mittelalter in Bewegung und schon immer ein Ort, dem interessante Menschen neu zuwandern. Diese Energie mache Berlin zu dem, was es ist – zu einer Weltstadt. Berlin als Stadt der Einwanderung ist eine Stadt der Vielfalt. Wachstum und Dynamik beruhen seit Jahrhunderten auf Impulsen von Außen. Eine zentrale Open-Air-Ausstellung auf dem Schlossplatz in Berlin-Mitte soll die Geschichte(n) der Zuwanderer einer großen Öffentlichkeit nahebringen. Dort, wo zukünftig das Humboldt-Forum entstehen wird, sind in mobilen Ausstellungseinheiten rund um einen riesigen begehbaren Stadtplan bis zu zehn aktuelle und historische Themen der Einwanderungsgesellschaft zu erleben – kulinarische, künstlerische, literarische, musikalische, politische, religiöse, schulische, sportliche, wirtschaftliche und wissenschaftliche Vielfalt. Die Einwanderung und ihre Geschichte werden als essentieller Teil der Stadtgeschichte verankert und die Stadt selbst damit als gemeinsame Errungenschaft von Alt- und Neu-Berlinern erfahrbar. So feiert Berlin Jubiläum mit den vielen, die gekommen sind, um zu bleiben – Hugenotten, Böhmen, polnische Wanderarbeiter, Juden aus Osteuropa, Arbeiter aus Südeuropa, Kriegsflüchtlinge, Werkvertragsarbeitnehmer, Aussiedler und seit dem Mauerfall eine globalisierte junge Elite aus Kunst und Kultur.
Bereits ab März 2012 beschäftigen sich zahlreiche Veranstaltungen mit dem Jubiläum, der Geschichte und der Entwicklung der Stadt. Höhepunkt ist das große Jubiläumsfest am 28. Oktober 2012. Am Vormittag dieses Sonntags lädt die Marienkirche zum öffentlichen Gottesdienst mit dem Regierenden Bürgermeister ein. Mit Einbruch der Dämmerung setzen die französischen Feuerpoeten von „Carabosse“ die historische Mitte mit einem Parcours aus Feuer stimmungsvoll in Szene. Die weltweit bekannte Compagnie konzipiert die aufwändige Inszenierung im Berliner Zentrum eigens für das Stadtjubiläum. Feuerspeiende Skulpturen, brennende Girlanden und eine unüberschaubare Anzahl lodernder Tontöpfe illuminieren ausgewählte Orte und Teile der historischen Stadtgrenze, die zuvor acht Wochen lang markiert waren. Schaukeln und „Chaises chauffantes“ (beheizte Stühle) laden im natürlichen Schein der Flammen zum Verweilen ein. Dazu kreiert die Straßentheatergruppe „Titanick“ eine Welt voller Wunder, Eigentümlichkeiten, und Überraschungen. Das ganze Wochenende über, am 27. und 28. Oktober 2012, präsentieren sich die Händler des Nikolaiviertels mit umfangreichen Aktionen und laden ein zum bunten mittelalterlichen Treiben.
Parallel zur Ausstellung auf dem Schlossplatz zur „Stadt der Vielfalt“ gibt es zum Thema „Stadt im Mittelalter“ ein zweites großes Open-Air-Projekt in Berlin-Mitte vom 25. August bis 28. Oktober 2012. Die Struktur von Berlin im 13. Jahrhundert, die Stadt im Mittelalter, ist in der vom Krieg zerstörten und komplett umgebauten modernen Metropole immer noch zu erkennen. Auffällige Markierungen entlang der damaligen, knapp vier Kilometer langen Stadtgrenze, an den ehemaligen Stadttoren und an den wenigen erhaltenen Baudenkmälern aus der Gründungszeit werden dies weithin sichtbar machen. Die Markierungen zeichnen einen Weg durch die ursprüngliche Doppelstadt Berlin-Cölln mit ihren Marktplätzen, Kirchen, Klöstern, Brücken, dem Judenviertel und der Stadtmauer. Ergänzt durch eine zentrale Open-Air-Ausstellung und spezielle Führungen werden spektakuläre Ausgrabungen wie am Petriplatz und am Großen Jüdenhof, aber auch Touristenmagnete wie die Marienkirche oder das Nikolaiviertel einem breiten Publikum als bedeutsame Stadtgründungsorte erschlossen.
Bisher hat Berlin erst dreimal seinen Jahrestag gefeiert. Das Jubiläum „775 Jahre Berlin“ bezieht sich tatsächlich eher auf die zweifache 750-Jahr-Feier 1987 im geteilten Berlin und auf die 700-Jahr-Feier 1937 in der Reichshauptstadt zur Zeit des Nationalsozialismus als auf mittelalterliche Quellen. Zu diesen Stadtjubiläen entsteht die Open-Air-Ausstellung „Berlin inszeniert Berlin“ vor der Marienkirche in Berlin-Mitte. In unmittelbarer Nähe wird der zentrale Info-Point für das Jubiläum eingerichtet, von dem aus auch viele Führungen und Vermittlungsprogramme starten und das für Gäste wie Einheimische jede gewünschte Orientierung geben wird. In Planung ist auch ein Sonderpostamt, das Sonder-Ganzsachen zu „Berlin 775“ herausgibt.
Viele Partner in der Stadt – Institutionen, Einrichtungen, Vereine und Initiativen – feiern das Jubiläum auf ihre Weise, planen originäre Beiträge oder beziehen sich mit ihren Programmen und Veranstaltungen auf die Themen „Stadt im Mittelalter“ und „Stadt der Vielfalt“. Dazu zählt die Dauerausstellung „Ortsgespräche. Stadt – Migration – Geschichte“ im Kreuzberg Museum ebenso wie die Sonderausstellung „Berlin Transit. Jüdische Migranten aus Osteuropa in den 1920er Jahren“ im Jüdischen Museum Berlin (23. März bis 15. Juli 2012) oder auch eine speziell zum Stadtjubiläum konzipierte Ausstellung der Stiftung Stadtmuseum – „Berlinmacher. 775 Porträts – ein Netzwerk“ im Ephraim-Palais kombiniert 75 historische Lebensbilder mit 700 Kurzporträts heutiger Berliner (18. April bis 28. Oktober 2012).
Im Berliner Rathaus läuft die Ausstellung „Eine Zukunft für unsere Vergangenheit – Archäologie und Stadtplanung in Berlin“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (25. August bis 28. Oktober 2012). Anhand von originalen Fundstücken, einem Film und vielen Fotos stellt sie die Grabungen in der historischen Mitte von Berlin (Petriplatz, Schlossplatz, U-Bahn-Grabung vor dem Berliner Rathaus und Großer Jüdenhof) vor und informiert über den Stand der Planungen Archäologischer Fenster. Ebenfalls ganz im Zeichen des Jubiläums stehen das Kunst- und Kulturfestival „48 Stunden Neukölln“, das 275 Jahre Böhmen in Berlin feiert (15. bis 17. Juni 2012), die „Historiale“ (24. bis 26. August 2012), die „31. Lange Nacht der Museen“ (25. August 2012) und der „Tag des Offenen Denkmals“ (8. und 9. September 2012).
Die Konzeption und Organisation der Jubiläumsfeierlichkeiten 2012 übernimmt die landeseigene Gesellschaft Kulturprojekte Berlin.

Weitere Informationen zum Thema:

Berlin.de
775 Jahre Berlin

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