Anlauf- und Beratungsstelle im Nachbarschaftshaus Friedenau eingerichtet
[Berliner Partner, 19.06.2012] Der Senat hat nun auch der Einrichtung eines Fonds für Opfer der DDR-Heimerziehung zugestimmt. Aus diesem Fonds sollen die Betroffenen, die als Kinder und Jugendliche in den Einrichtungen der Jugendhilfe und in Dauerheimen für Säuglinge und Kleinkinder in der DDR schweres Leid und großes Unrecht erlitten haben, Unterstützung erhalten.
Berlin wird den Fonds „Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990“ gemeinsam mit den ostdeutschen Ländern und dem Bund zum 1. Juli 2012 einrichten. Er hat ein Volumen von insgesamt 40 Millionen Euro; Berlins Anteil beträgt 1,622 Millionen Euro.
Den Betroffenen wurde Gewalt und Zwang angetan. In den Spezialheimen der Jugendhilfe wurden Menschenrechte verletzt und den Betroffenen Bildung verweigert. Viele Betroffene leiden bis heute an den Spätfolgen wie schlechten beruflichen Chancen, Stigmatisierungen und psychischen Traumatisierungen – dies belegt der Bericht „Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR“, den das Land Berlin zusammen mit den zuständigen Bundesministerien und den ostdeutschen Ländern im März 2012 vorgestellt hat.
Der Fonds für die Opfer der DDR-Heimerziehung orientiert sich am Programm der Entschädigung für ehemalige Heimkinder der Bundesrepublik der 1950er- und 1960er-Jahre, das bereits eingerichtet wurde. Berlin ist als einziges Land an beiden Fonds beteiligt. Im Nachbarschaftshaus Friedenau wurde im Januar 2012 eine Anlauf- und Beratungsstelle für alle ehemaligen Heimkinder eingerichtet. Dort erhalten die Betroffenen Unterstützung bei der Aufarbeitung ihrer Lebensgeschichte, bei der Suche nach ihren Akten und beim Zugang zu Hilfeleistungen und Rentenersatzleistungen aus dem Fonds.
Anlauf- und Beratungsstelle
im Nachbarschaftshaus Friedenau
Holsteinische Straße 30 in 12161 Berlin (Schöneberg)
Tel.: (030) 85 75 77 61
Weitere Informationen zum Thema:
Berliner Anlaufstelle
Beratungsstelle und Treffpunkt für ehemalige Heimkinder
