Bruderland ist abgebrannt: Veranstaltungen zu Einwanderung, Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus in der DDR

Ausstellungseröffnung am 3. September 2012 um 18 Uhr

[BerlinerPartner, 10.08.2012] Über 90.000 Vertragsarbeiter halfen noch 1989 dabei, in der maroden DDR-Wirtschaft die Pläne zu erfüllen. Damit war fast die Hälfte aller in der DDR lebenden Ausländer Vertragsarbeiter – ins Land geholt als billige Arbeitskräfte auf Zeit. Sie kamen aus Ungarn, Polen, Algerien, Kuba, Mosambik, Vietnam, Angola, Nordkorea und China. Es waren junge Menschen, die in ihrer Heimat weniger verdienten oder Krieg und zerstörter Wirtschaft zu entfliehen suchten.
Bei der Ausstellungseröffnung am 3. September 2012 um 18 Uhr hält Tamara Hentschel, ehemalige Wohnheimbetreuerin für Vietnamesen, seit 1993 Geschäftsführerin des Reistrommel e.V. die einführenden Worte. Die Ausstellung „Bruderland ist abgebrannt!“ kann bis zum 3. November 2012, montags bis donnerstags jeweils von 11 bis 16 Uhr sowie nach Voranmeldung, besichtigt werden.

„Neonazis in der DDR“
Infoveranstaltung am 27. September 2012 um 19 Uhr
Neonazis in der DDR? Hartnäckig hält sich die Legende, der ostdeutsche Rechtsextremismus sei ein Produkt der unmittelbaren Nachwendezeit – damals hätten Neonazis von der allgemeinen Orientierungslosigkeit profitiert. Das ist nicht falsch; wahr ist allerdings auch, dass sich in der Endphase der DDR republikweit Neonazigruppen konstituierten, die massiv in Fußballstadien und in Diskotheken auftraten. In seinem Vortrag beleuchtet David Begrich von der „Arbeitsstelle Rechtsextremismus“ beim Miteinander e.V. in Sachsen-Anhalt die Geschichte und den gesellschaftlichen Kontext der Entstehung von Neonazismus in der DDR.

Die Veranstaltungen finden im Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick (ZfD) beim „Michael-Brückner-Haus“ in der Michael-Brückner-Straße 1 / Spreestraße, direkt gegenüber dem S-Bahnhof Schöneweide, statt. Die Veranstalter verweisen auf ihr Hausrecht gegenüber rechtsextremen Personen – ihnen kann der Zutritt zur Veranstaltung verwehrt werden bzw. es ist ein Ausschluss möglich. Die Veranstaltungsreihe soll im Oktober mit den Themen „Antisemitismus in der DDR – ein aktuelles Thema?“, „Fremde und Fremd-Sein in der DDR“ und „Mythos Antifaschismus“ fortgeführt werden.

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