Das druckgraphische Werk Fritz Dähns: Ausstellung in der HELIOS-Galerie in Pankow

4. August bis 30. Oktober 2011 im Klinikum Berlin-Buch

[Berliner Partner, 31.07.2011] Die 21. Ausstellung in der HELIOS-Galerie ist dem druckgraphischen Werk Fritz Dähns gewidmet:
Nach der Vernissage am 4. August 2011 um 17 Uhr findet sie bis 30. Oktober 2011 in der HELIOS-Galerie im Klinikum Berlin-Buch, B1- 3. Obergeschoss, Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin, statt und ist täglich geöffnet. Damit wird das Werk eines Künstlers gewürdigt, der seit 1958 in Berlin-Pankow gewirkt hat, von 1959 bis 1968 als Professor für Tafelmalerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und von 1961 bis 1968 als Rektor. Danach leitete er bis 1973 das Grundlagenstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

Foto: Nachlass Fritz Dähn

Foto: Nachlass Fritz Dähn

Fritz Dähn: „Rathaus Pankow“, 1964, Öl auf Leinwand

Das druckgraphische Werk Fritz Dähns zeigt auf besondere Weise die Experimentierfreude des Künstlers und sein intensives Bestreben, sinnliche Eindrücke durch abstrahierende Verdichtung zu verallgemeinern.
Dem Prinzip des „Sozialistischen Realismus“, wie es in der DDR proklamiert wird, stand Dähn zunächst positiv gegenüber. Er verstand dieses als eine figürliche Kunst, die das Volk versteht. Bald aber konstatierten die offiziellen Vertreter der Politik einen krassen Widerspruch zwischen seinem Auftreten für die Prinzipien des „Sozialistischen Realismus“ und seinem eigenen künstlerischen Schaffen.
Wie seine Künstlergeneration insgesamt erschien es auch ihm sinnstiftend, an die von den Nationalsozialisten bekämpften Konzepte einer humanistischen Kunst der klassischen Moderne anzuknüpfen und sich für die Errichtung einer humanitären Gesellschaft zu engagieren. Aber so wie die Vertreter der Moderne die politische Brisanz des abstrakten Formbewusstseins nach 1933 bald zu spüren bekamen, erlebte auch Dähn vor allem in der unsäglichen Formalismusdebatte in der DDR die offizielle Kritik seines künstlerischen Schaffens, das sich besonders konsequent in seinem druckgraphischen Schaffen auf die Erfahrung abstrakter Form- und Farbwerte konzentriert. Visuelle Erlebnisse verarbeitete er zu flächigen Bildelementen, die mit der Renaissance eingeführte Zentralperspektive negierend. Die Farbe setzte er ungebrochen, großflächig, fast signalhaft ein, geordnet nach geometrischen Gesichtspunkten. So schaffte er aus den visuellen Erlebnissen eine neue, eigene Ästhetik.
Im druckgraphischen Werk experimentierte er insbesondere mit dem Flachdruck auf Papier, wo er wiederholt Serien verschiedener Kolorits probierte, Erfahrungen sammelte, die dann in seine Malerei einflossen. Insofern zeigt die Ausstellung des druckgrafischen Werkes den einzigartigen Avantgardismus Dähns, im Verhältnis zum Dogmatismus des damaligen „Sozialistischen Realismus“.

Vernissage am Donnerstag, dem 4. August 2011 um 17 Uhr
Es spricht Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie.
Die Verwalterin des künstlerischen Nachlasses von Fritz Dähn, seine Enkelin Danielle Dähn, wird zur Vernissage anwesend sein.

Weitere Informationen zum Thema:

KUNSTHANDEL DR. WILFRIED KARGER
Fritz Dähn (1908 – 1980): Das druckgrafische Werk / 4. August bis 30.
Oktober 2011, täglich geöffnet / Vernissage: 4. August 2011, 17 Uhr

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Lifestyle, Region abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

*